Swift

Nice to meet ya, Belfast!


Zugegeben, Belfast ist nicht die typische Stadt, die jeder kennt oder die einem bei einem Ziel für Städtereisen in den Sinn kommt! Es handelt sich um die Hauptstadt Nordirlands, erinnert stark an Manchester und hat mehr zu bieten, als man denkt. Was haben wir in Belfast erlebt?


✈ Anreise
Da es ab Zürich und Basel keine direkten Flüge nach Belfast gibt, sind wir mit Swiss nach Dublin geflogen. Vom Flughafen nahmen wir den Bus bis zur Bahnstation in der Innenstadt und stiegen dort in den Zug. Die Fahrt dauert rund zwei Stunden und kostete umgerechnet 70 Franken pro Person.

☑ Einreise & Visum
Für die Einreise nach Nordirland ist eine gültige ID oder ein gültiger Reisepass Pflicht. Ein Visum wird nicht benötigt. 

😴Unterkunft
Die Unterkunft, die wir in Belfast die ganze Woche unser "Zuhause" nennen konnten, war das Hotel Tara Lodge. Es war sehr sauber, ruhig, das Bett super weich und das Frühstück wirklich lecker. Das Personal war extrem freundlich und hilfsbereit, zeigte uns die Lieblingspubs und wie wir am schnellsten von A nach B gelangten. Für einige Tage hatten wir uns ein Auto gemietet, welches wir dann auf dem hoteleigenen Parkplatz abstellen konnten. Pro Person bezahlten wir für den ganzen Aufenthalt (6 Nächte, inklusive Frühstück) 400 Franken pro Person. Absolute Empfehlung!



Wir haben pro Person
für den ganzen Aufenthalt (6 Nächte) 400 Franken bezahlt. Absolute Empfehlung!
Wir haben pro Person
für den ganzen Aufenthalt (6 Nächte) 400 Franken bezahlt. Absolute Empfehlung!
Peace Wall
Die Peace Wall, auf Deutsch Friedenslinien oder Friedensmauern, sind oft in den nordirischen Städten, vor allem in der Hauptstadt Belfast, zu finden. Sie trennen (unter anderem) die Wohngebiete der pro- irischen Republikaner und pro- britischen Unionisten voneinander. Entstanden sind die Linien ab dem Jahre 1969. In dieser Zeit brach der Nordirlandkonflikt aus und es kam zu etlichen schweren Unruhen und Auseinandersetzungen. Um diese zu beenden, setzte man gar die britische Armee ein.
Die Mauern, oft bestehend aus Wellblechzäunen, Stahlwänden und Mauern erbaut, später auch den Örtlichkeiten angepasste Gitter oder mehrfarbige Wände, sollten eine zeitlich begrenzte Angelegenheit sein; ja es hiess, es würde keine zweite Berliner Mauer entstehen.
Was mich besonders berührt, respektive schockiert, ist, dass die an den Strassen entstandenen Tore, noch heute nachts oder während den Unruhen geschlossen werden. Die einzelnen Teile der Mauer sind teilweise mehrere Kilometer lang und bis zu 8 Meter hoch. In Belfast erreichen die Wände eine Gesamtlänge von 21 Kilometer.

Seit der Friedensregelung entwickelten sich die Peace Walls regelrecht zu Sehenswürdigkeiten. Wir haben eine Black Cab Tour unternommen, die uns entlang der Mauern und durch die Wohnquartiere fuhr. Unser Guide Jimmy erzählte uns viele interessante, aber auch schockierende Fakten. Er wusste auf jede unserer Fragen eine Antwort! Ich finde es immer so wichtig, sich mit Geschichte und der Vergangenheit zu beschäftigen und kann die Tour nur jedem empfehlen!!
Mehr über die Cab Tours in Belfast sind auf dieser Website zu finden.
Wer noch mehr über die Mauern lesen möchte, kann das hier auf dem Blog von Travelturtle tun.



Crumlin Road Gaol - das Gefängnis Belfasts
Das ehemalige Gefängnis Crumlin Road Gaol, auch liebevoll Crum genannt, befindet sich im Norden Belfasts. Gebaut wurde es zwischen 1843 und 1845. Es handelt sich hierbei um das einzige Gefängnis, welches noch aus der viktorianischen Zeit stammt. Das Gebäude ist aufgrund der architektonischen sowie historischen Bedeutung denkmalgeschützt. Das Gerichtsgebäude befindet sich direkt gegenüber des Gefängnisses und verfällt langsam aber stetig (was aber definitiv auch seinen Charme hat). Die beiden Gebäude sind durch einen unterirdischen Tunnel miteinander verbunden. Der Tunnel wurde hauptsächlich zum Transport der Gefangenen zum Gerichtsgebäude und zurück genutzt.
Das Crumlin Road Gaol war eines der modernsten Gefängnissen in jener Zeit und das erste, welches nach dem System "the seperate" gebaut wurde. Dieses System sollte die Gefangenen eigentlich trennen und ihnen auch keine Kommunikation ermögliche. In den früheren Siebziger änderte sich dies aber aufgrund der vielen Gefangenen und so wurden zeitweise bis zu 3 Personen in eine Zelle eingeteilt.

Auch wenn das Gefängnis als Alcatraz von Europa bekannt war, fanden doch einige erfolgreiche Fluchtversuche statt. Die ersten, die aufgezeichnet wurden, fanden im Jahr 1866 statt. Seine Türen schloss das Gefängnis erst 1966 und stand danach erst einmal einige Jahre leer. 2012 öffnete das Gefängnis seine Pforten für die Öffentlichkeit, heute finden dort auch Konzerte statt.

Die Führung durch das Gefängnis fand ich sehr interessant und toll erklärt. Auch der unterirdische Teil ist echt eindrücklich, ja gar etwas unheimlich. Vor allem, wenn man so drin steht und den Geschichten von früher lauscht!

Für alle weiteren Infos empfehle ich, die Website des Gefängnisses zu besuchen.



City Hall
Das Rathaus und Verwaltungsgebäude, die City Hall Belfast, ist in meinen Augen ein wunderschönes Bauwerk. Bereits im Jahr 1898 begann man mit dem Bau des Gebäudes. Es wurde im edwardischen Stil gebaut, verfügt über eine hohe Kuppel und die Fenster bestehen aus Buntglas. Die City Hall von Belfast steht seit 1975 unter Denkmalschutz. Rund um die City Hall befindet sich eine grüne Parkanlage. Im einen Teil des Parkes befindet sich das Kriegerdenkmal, welches den Gefallenen des ersten Weltkrieges gewidmet ist. Im anderen Teil steht das Titanc Memorial. Hier gedenkt man den ertrunkenen Passagieren und Seeleuten der Titanic.

Wir haben uns am späteren Nachmittag gegenüber des Gebäudes gesetzt, sassen einfach nur dort und beobachteten das wilde Treiben um uns herum. Schön!



St. Georges Market
Vielfältig, bunt & lebendig. Dies sind nur 3 Worte, die den St. Georges Market perfekt beschreiben. Wer hier etwas sucht, wird bestimmt fündig, denn es wird gefühlt alles angeboten. Ob Geschenkartikel, Kleidung oder Lebensmittel - das alles findet man hier. Auch für Abwechslung ist gesorgt, denn an jedem Tag bietet sich wieder etwas Neues zum entdecken an. Der St. Georges Market wurde zwischen 1890 und 1896 gebaut und zählt zu den ältesten, lebhaftesten und farbenfrohsten Zielen in Belfast. Der Markt ist an drei Tagen der Woche geöffnet, quasi wie ein Wochenendmarkt. Am Freitag werden von 06:00 - 15:00 Uhr, am Samstag von 09:00 - 15:00 Uhr und am Sonntag von 10:00 - 16:00 Uhr Antiquitäten, lokale Kunsthandwerke, Obst, Schmuck, Fisch und Spezialitäten aller Welt an den 248 Ständen feilgeboten. Und wie man es in Nordirland kennt, gehört auch auf dem Markt etwas Livemusik dazu.




Botanic Gardens
Der öffentliche Botanic Garden in Belfast weist eine Fläche von rund 110'00m2 auf. 1828 wurden die Gärten zuerst als privater Park genutzt und lediglich an Sonntagen für die Öffentlichkeit geöffnet. Einige Jahre später, nämlich 1895 wurde die Anlage dann zu einem öffentliche Park. Besonders das Gewächshaus aus Gusseisen, das Palm House, hat mir architektonisch gut gefallen. Der Architekt änderte seine ursprünglichen Pläne und erhöhte die Höhe der Kuppel - so konnten viel grössere und höhere Pflanzen in das Gebäude einziehen. Ein weiteres Haus, welches ich von innen sehr schön fand, ist das Tropical Ravine House. Über die komplette Länge des Hauses erstreckt sich eine Schlucht, die an jeder Seite einen Balkon aufweist. Beide Häuser galten als Symbole der industriellen Macht und Wohlstand Belfasts. In der Anlage findet man ausserdem einen wunderschönen, grossen Rosengarten und einen der längsten Kräutergrenzen in Grossbritannien und Irland.

Auch Konzerte finden hier statt, so waren bereits Kings of Leon, Snow Patrol und U2 (um natürlich nur 3 zu nennen) in den Gärten zu Gast.



Belfast hat mir persönlich gut gefallen. Doch Nordirland hat viel mehr zu bieten, als nur die Hauptstadt. Und dies erkundeten wir in dieser Woche voll und ganz. Was das alles war? Das kannst du im nächsten Beitrag nachlesen. 💕


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