Swift

Into the wild - entdecke Nordirland


Im letzten Blogpost über Nordirland ging es um die Hauptstadt Belfast. Diese hat mir schon gut gefallen, doch die Natur ist einfach nur wunderschön. Lies hier in diesem Artikel, was man in der Umgebung Belfasts alles unternehmen kann.


Von der Fantasie geformt - Giant's Causeway
Die Legende besagt, dass der Riese Fionn ein Problem mit seinem Nachbarn auf der anderen Seite des Meeres, genauer gesagt von Schottland, hatte. Denn dieser bedrohte Irland. Wütend wie Fionn war, riss er Stücke aus der Küste von Antrim und warf diese ins Meer. So bildete sich eine Brücke, sein sicherer Weg nach Schottland. Sein Plan war: Seinem Widersacher Benandonner eine Lektion erteilen. Doch das stellt sich nicht als gute Idee heraus: Fionn ist vom Aufbau so erschöpft und sein Nachbar so riesig und furchteinflössend. Doch er wurde von Benandonner verfolgt. Lediglich dank der Idee seiner Frau kam er glimpflich davon. Sie luden den schottischen Nachbarn auf einen Tee ein und gaben an, dass Fionn das Baby der Familie ist. Benandonner bekam höllische Angst und flüchtete umgehend. Denn: Wenn das Baby schon riesig ist, wie gross muss denn der Vater sein?!

Das Gebilde besteht aus rund 40'000 ineinandergreifende Basaltsäulen. Man vermutet, dass diese etwa 60 Millionen Jahre alt sind, die grösste davon misst zwölf Meter. Die Entstehung geht gemäss Geologen auf die Abkühlung heisser Lava zurück. Doch den Vulkan, dessen Lava zur Entstehung und Formation des Giant’s Causeway führte, gibt es heute nicht mehr. Dieser ist mittlerweile durch Erosion abgetragen. Es gibt zwar einen Bus, der vom Besucherzentrum zum Giant’s Causeway herunterfährt, doch am schönsten ist es immer noch zu Fuss. Denn so hat man viel mehr von der Natur. Für die Wanderung auf und um das Naturwunder ist es sehr zu empfehlen, gutes Schuhwerk zu tragen. Bei unserem Besuch hat es auch kurz geregnet, da kann es auf den Steinen schon sehr rutschig werden. 

Für mich ging mit dem Besuch des Giant’s Causeway ein Wunsch in Erfüllung und in der Realität ist das UNESCO Weltkulturerbe noch viel eindrücklicher als auf all den Bildern, die ich mir je angeschaut habe. Einfach eine wahnsinnig schöne geologische Formation. Und irgendwann werde ich mir auch das schottische Gegenstück dazu besuchen.

Öffnungszeiten:
Da die Öffnungszeiten saisonal gelten und mehrmals jährlich wechseln, empfehle ich, diese hier auf der Homepage nachzuschauen.

Eintrittspreis:
Der Eintritt kostet 12.50 Pfund pro erwachsene Person.



Der Königsweg - The Dark Hedges
Nordirland hat an Natur wahnsinnig viel zu bieten und so sind auch die Dark Hedges ein Teil davon. Der Tunnel besteht aus über 150 Buchen und  hat mich schon sehr  lange fasziniert. Um 1775 herum hatte James Stuart ein nach seiner Frau benanntes Haus gebaut und die Allee aus Buchen markierte die Eingangsstrasse bis hin zum Anwesen. Bekannt wurde The Dark Hedges dann  als „Königsweg“ der Serie Game of Thrones und ist heute eine begehrte Touristenattraktion.

Im Jahr 2004 erliess man eine Schutzverordnung für die Bäume, damit die Erhaltung und Pflege ermöglicht werden kann, fünf Jahre später wurde der Dark Hedges Preservation Trust gegründet. Leider werden immer mehr Bäume beschädigt, besprayt oder zerstört. Passt also bitte bei eurem Besuch auf und gebt Sorge zur Natur! Wir hatten bei unserem Besuch extrem viel Glück, dass keiner der Touristenbusse da und die Strasse somit fast menschenleer war. Die besondere Atmosphäre konnten wir so ganz für uns geniessen. Geparkt haben wir auf der einen Seite etwas ausserhalb und sind dann hoch gelaufen. Auf der Strassen durch die Dark Hedges herrscht striktes Fahrverbot. (ausser der Ambulanz und Landwirtschaft natürlich.)


Öffnungszeiten:
Täglich rund um die Uhr geöffnet.

Eintrittspreis:
Der Eintritt ist frei.





Beinahe ein Balanceakt: Die Carrick-a-Rede Brücke20 Meter lang und in einer Höhe von 30 Metern schwebt die Hängebrücke, welche das Festland mit der kleinen unbewohnten Insel Carrick-a-Rede verbindet. Der „Übertritt“ zur anderen Seite ist nichts für Menschen mit Höhenangst, denn sie wackelt etwas und der Weg scheint endlos lang. Dennoch ist es sehr eindrücklich und bei guter Sicht kann man sogar Schottland erblicken.

Carrick-a-rede bedeutet „Fels im Weg“ und wird darauf bezogen, dass sich die Insel genau im Weg der Lachse zu den Laichplätzen befindet. Bereits vor 350 Jahren errichteten die Fischer die Brücke, denn der raue Seegang verhinderte oft die Überfahrt mit einem Boot. Mittlerweile handelt es sich bei der Carrick-a-rede Hängebrücke um eine Touristenattraktion, der Fischfang wird fast nicht mehr betrieben. Doch auch für Vogelinteressierte hat die kleine Insel einiges zu bieten, so kann man dort mit etwas Glück Papageientaucher, Sturmvögel, Lummen oder auch Eiderenten entdecken. Deshalb ist es auch wichtig, die markierten Wege nicht zu verlassen und gute Schuhe zu tragen. Wir waren bei Regen da und es ist auch aufgrund der Felsen etwas rutschig. Hunde sind auf der Insel nicht zugelassen.


Öffnungszeiten:
Da die Öffnungszeiten saisonal gelten und mehrmals jährlich wechseln, empfehle ich, diese hier auf der Homepage nachzuschauen.

Eintrittspreis:
Der Eintritt kostet 10 Pfund pro erwachsene Person. Es empfiehlt sich, die Tickets im Voraus zu buchen.



Überbleibsel von früheren Zeiten - Carrickfergus Castle
Das Carrickfergus Castle befindet sich nahe dem Zentrum der gleichnamigen Stadt. Früher war sie zu rund ¾ von Wasser umgeben. Erbaut wurde sie im Jahre 1177 von John de Courcy, welcher bis 1204 dort regierte. Das Schloss fungierte noch lange als Hauptsitz des englischen Königs und als wichtiger Verwaltungssitz. Einige Zeit später, nämlich ab 1797, nutzte man das Schloss erstmals offiziell als Gefängnis. Im zweiten Weltkrieg wurde Carrickfergus Castle gar als Luftschutzbunker genutzt. 1597 fand ganz in der Nähe die Schlacht von Carrickfergus statt.

Das Schloss kann man sehr gut alleine erkunden, eine geführte Tour ist nicht notwendig. Von Belfast erreicht man das Schloss mit dem Auto in rund 25 Minuten.

Öffnungszeiten:
Täglich von 09:00 bis 16:30 Uhr geöffnet.

Eintrittspreis:
Der Eintritt kostet 5.50 Pfund pro erwachsene Person.


Derry (Londonderry)
Oh wow, Derry, oder offiziell Londonderry, hat mich beinahe sprachlos gemacht. Hier ist so viel Geschichte zu finden, wenn auch keine schöne. Aber dennoch ist das alles ziemlich eindrücklich und prägend.

Mit rund 90'000 Einwohnern gilt Derry als zweitgrösste Stadt in Nordirland. Bevor die politischen Auseinandersetzungen Ende der Sechziger stattfanden, machte man noch keinen Unterschied und benutzte jeweils Derry und Londonderry. Heute jedoch ist dies anders und vor allem die Einwohner Grossbritanniens (meist Protestanten) ziehen heute bewusst Londonderry vor. Die nationalistischen, meist irisch stämmige oder Katholiken, nennen die Stadt Derry. Während des Nordirland- Konfliktes war die Stadt Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen, die Stadt hatte seit 1969 mit den sogenannten Troubles zu kämpfen. Den traurigen Höhepunkt der Ausschreitungen fand am 30. Januar 1972 statt. Am sogenannten «Bloody Sunday» wurden bei einer durchaus friedlichen Demonstration einige unbewaffnete Katholiken erschossen worden. Ein schreckliches Ereignis, welches schlimme Folgen wie Bombenanschläge und weitere Strassenschlachten mit sich brachte, die IRA wurde zu neuem Leben erweckt. Es gab Hausdurchsuchungen, Schiessereien, Verhaftungen. Dadurch erlangte die Stadt ihre Berühmtheit. Seit dem Karfreitagsabkommen im Jahr 1998 gehören die Unruhen aber glücklicherweise der Vergangenheit an.

Natürlich kann man in Derry noch mehr sehen, wie etwa die Peace Bridge, City Walls, das Museum of Free Derry, Guildhall oder das Tower Museum. Ich finde jedoch wichtig, dass man auch die Geschichte hinter dieser Stadt kennt. Mit dem Auto erreicht man Derry in rund 90 Minuten. Somit ist sie ideal für einen Tagesausflug geeignet.

Die Natur Nordirlands hat mich sehr beeindruckt und mir sehr gut gefallen. Warst auch du schon vor Ort? Was sind deine besten Tipps dazu?

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